Die dunkle Jahreszeit

Der November, der Monat der Erinnerung

Erst gegen Mittag kämpft sich die Sonne gegen den nasskalten Nebel und taucht die Welt in die erdigen Farben des Herbstes, und bereits am frühen Nachmittag legt sich der weisse Schleier wieder über Wiesen und Felder, über Wald und Flur.

Die Tage sind jetzt unfreundlicher und trüber, Bäume und Sträucher werden mit jedem Tag und Windstoß kahler und das bunte Laub wirbelt im Herbstwind durch die Straßen.

Vergangen ist das satte Grün, die Blütenpracht. Nur noch ein paar einzelne Rosen halten den ersten Nachtfrösten stand. es wird leerer, auch auf den Feldern.

Wir nehmen Abschied vom Sommer, von der Wärme , von der Sonne, vom Licht von unbeschwerten Tagen draussen im Warmen.

Bald ist alles nur noch Erinnerung. Jetzt ist er da der November, eine Zeit von der Rilke berichtete:

Wer jetzt kein Haus hat,

baut keines mehr,

wer jetzt allein ist,

wird es lange bleiben,

wird wachen wird lesen, lange Briefe schreiben

und wird in den Alleen Hin und her unruhig wandern,

wenn die Blätter treiben.

 

Wie kaum in einer anderen Zeit, werden wir in den immer kürzer und düster werdenden Tagen nachdenklicher. Das Absterben der Blätter in der Natur erinnert an die Vergänglichkeit von allem, was um uns ist und was uns lieb und wichtig geworden ist.

Es ist das Abschiednehmen, was uns der November lehrt. Was Abschied bedeutet, hat ein jeder von uns schon erfahren, oder erfährt es gerade jetzt.

Wir denken an den Abschied von der schönen vergangenen Zeit unserer Kindheit und Jugend oder dem Abschied vom Elternhaus. Der Abschied , wenn wir auf eine Reise gehen. Wenn wir aus dem Arbeitsleben gehen. Und auch an den Abschied von lieben und lieb gewordenen Menschen.

 

Alles ist dem Gesetz des Wandels, der Zeit und der Vergänglichkeit unterworfen. Was uns bedrückt, ist die Einsicht. Auch wir und unser Dasein steht unter diesen Gesetzmäßigkeiten.

Dem Kreislauf von Werden und Vergehen, von Geburt und Sterben. Auch wir sind eingebunden in diesen Kreislauf.

 

Leicht könnte man bei diesen Gedanken schwermütig werden, vor allem jetzt in dieser Zeit wo das Licht sich immer rarer macht.

 

Wir halten dann aber trotz aller Hektik, dann auch mal inne, jetzt an den Gedenktagen im November.

Wir werden still und denken mehr als sonst an jene, die uns verbunden waren, die uns etwas bedeuteten, und jene die nicht unter uns sind. Unser Gedanken wandern in die Erinnerungen, an die Gräber  und Orte und werden wieder wach.

 

Es ist verständlich, dass heute viele Menschen die Gedanken an das Ende und Vergänglichkeit einfach ausgeklammert, tabuisiert und an den Rand gedrängt werden.

Der Mensch von heute tut sich schwer mit dem Sterben. Der Tod und das Ende passt einfach nicht in die Lebensplanung, die Lebensfreude und den Lebensgenuss von vielen.

 

Und so wird der Tod, soweit es geht , aus der Öffentlichkeit ausgeklammert.

Der Sterbende wird abgeschirmt von den Lebenden. Häufig allein in den letzten Stunden im Altenheim oder im Krankenhaus. selten genug sind Angehörige bei Ihm, wenn er aus der Welt scheidet. Von der Trauerfeier oder dem Begräbnis nimmt man kaum noch Notiz. Das Kondukt mit den Trauernden erfolgt nur noch abgeschirmt oder im engsten Kreis. 

 

Vielleicht sind die kommenden Tage auch eine Möglichkeit sich mal wieder mit diesem Thema zu beschäftigen.

 

So wie es unter dem Ziffernblatt des Krematorium in Ohlsdorf schon steht:

 

„Eine von diesen“ 

 

Machen sie sich Gedanken zu einer Bestattungsorsorge, Patientenverfügung oder Betreuungsverfügung.

Wir stehen Ihnen hilfreich zur Seite,

ihr Team vom Besttaungsinstitut Hovorka